PC-Diagnose-Programme – welche Tools zeigen was kaputt ist

Bevor man Hardware austauscht oder den PC in die Werkstatt trägt, lohnt sich ein Blick auf das, was Diagnoseprogramme zeigen können. Viele Probleme – langsame Festplatte, überhitzende CPU, fehlerhafter RAM, sich ankündigende Laufwerksausfälle – lassen sich mit kostenlosen Tools erkennen, lange bevor sie zum ernsten Problem werden.

Das ist kein Hexenwerk. Die meisten dieser Programme sind klein, kostenlos, erfordern keine Fachkenntnisse, und liefern Informationen, die man sonst nicht zu sehen bekommt.

Festplattengesundheit prüfen – CrystalDiskInfo

CrystalDiskInfo ist das Standardtool für die Zustandsüberwachung von Festplatten und SSDs. Es liest die S.M.A.R.T.-Daten aus, die moderne Laufwerke intern mitschreiben – also Werte wie Betriebsstunden, Temperatur, Anzahl reallocierter Sektoren, und andere Gesundheitsindikatoren.

Das Programm zeigt oben links eine Gesamtbewertung an: „Gut“, „Achtung“, oder „Schlecht“. „Achtung“ bedeutet, dass mindestens ein kritischer Wert außerhalb des Normalbereichs liegt – das Laufwerk funktioniert noch, zeigt aber erste Verschleißzeichen. „Schlecht“ ist ein ernstes Warnsignal.

Besonders relevant für Startprobleme: der Wert „Reallocated Sectors Count“. Wenn dieser Wert steigt, hat das Laufwerk defekte Sektoren durch Ersatzsektoren ausgewechselt. Einige solcher Einträge sind bei alten Festplatten nicht ungewöhnlich – viele davon oder ein schnell wachsender Wert deutet auf ein Laufwerk im Endstadium hin.

CrystalDiskInfo ist kostenlos und auf der offiziellen Seite crystalmark.info verfügbar.

Temperaturen überwachen – HWiNFO

Wenn der Verdacht auf Überhitzung besteht, ist HWiNFO das umfassendste kostenlose Tool dafür. Es zeigt in Echtzeit die Temperaturen von CPU, GPU, Mainboard, und Festplatten an – mit Minimal- und Maximalwerten seit dem Start.

Besonders nützlich: Die Werte lassen sich im Hintergrund mitloggen, während man den PC unter Last setzt. So sieht man, ob eine Komponente unter realen Bedingungen kritische Temperaturen erreicht.

Für eine schnellere Übersicht gibt es auch das schlankere Core Temp, das sich auf CPU-Temperaturen konzentriert und im System-Tray läuft.

HWiNFO ist kostenlos auf hwinfo.com verfügbar.

Arbeitsspeicher testen – Memtest86 und Windows Memory Diagnostic

Für RAM-Tests ist Memtest86 das empfohlene Werkzeug – es läuft vor Windows und testet den Speicher unabhängig vom Betriebssystem. Wer einen schnellen ersten Test direkt aus Windows heraus machen möchte, kann die eingebaute Windows-Speicherdiagnose nutzen: in der Windows-Suche „Speicherdiagnose“ eingeben, dann „Jetzt neu starten und nach Problemen suchen“. Das ist weniger gründlich als Memtest86, aber für eine erste Einschätzung brauchbar.

Systeminfo auf einen Blick – Speccy und CPU-Z

Speccy (von den Machern von CCleaner) zeigt eine übersichtliche Zusammenfassung aller Systemkomponenten: Prozessor, Mainboard, RAM, Grafikkarte, Laufwerke – mit Modellnummern, Taktfrequenzen, und aktuellen Temperaturen. Hilfreich wenn man schnell herausfinden will was überhaupt verbaut ist, besonders bei einem älteren PC ohne Unterlagen.

CPU-Z ist etwas technischer und zeigt detaillierte Informationen über Prozessor, Mainboard und RAM – inklusive Timings, Spannung, und Taktfrequenz. Nützlich wenn man RAM-Kompatibilitätsfragen klären oder den genauen Mainboard-Typ ermitteln will.

Festplatte auf Fehler scannen – chkdsk

Das ist kein eigenständiges Programm, sondern ein eingebauter Windows-Befehl. chkdsk C: /f /r scannt das Systemlaufwerk auf Dateisystemfehler und defekte Sektoren – und repariert dabei was reparierbar ist. Der Scan läuft beim nächsten Neustart vor Windows.

Sinnvoll wenn der PC zwar startet, aber langsam ist oder gelegentlich hängt. Auch aus dem Windows-Wiederherstellungsmodus heraus ausführbar, was wichtig ist wenn Windows selbst nicht mehr vollständig lädt.

Was diese Tools nicht leisten

Diagnoseprogramme zeigen Symptome und Zustände – sie ersetzen keine Diagnose durch Austausch oder Expertenurteil. Ein Netzteil zum Beispiel lässt sich mit Software kaum sinnvoll testen; dafür braucht es den Paperclip-Test oder ein Multimeter. Und ein intermittierender Mainboard-Defekt taucht in keinem dieser Tools als klare Fehlermeldung auf.

Trotzdem: Als erster Schritt bei unklaren Problemen – bevor irgendetwas gekauft oder getauscht wird – geben diese Programme oft den entscheidenden Hinweis.